1. Steyrer Kunststoff-Symposium 14.-16. April 2026
Steyr Summit – Wohin steuert die Kunststoff-Technik?
Fotopräsentation Dienstag 14. April 2026
Fotopräsentation Mittwoch 15. April 2026
Mit unseren Partnerschulen IES Fernando III (Martos, Spanien) und BSZ Wasserburg (Deutschland) verbinden uns die Ausbildungszweige Metall- und Kunststofftechnik (BSZ Wasserburg auch KFZ-Technik). Aus diesem Grund veranstalteten wir an der Berufsschule Steyr ein gemeinsames internationales Kunststoff-Symposium. Ziel war der fachliche und pädagogische Austausch im Bereich Kunststofftechnik. Die Veranstaltung fand aufgrund der internationalen Teilnahme in englischer Sprache statt.
Von beiden Partnerschulen besuchten uns die Direktoren Manuel Caballero und Gerhart Zimmermann samt einigen Lehrern und Schülern, weiters von Beginn an dabei waren Frank Böhler, Kunststoff-Bundesinnungsmeister, und Ariadna Barea Cobo, Leiterin des Andalusischen Kunststoff-Clusters.
Der fachliche Auftakt erfolgte am 14. April mit einem Besuch bei der Firma EREMA in Ansfelden, einem weltweit führenden Hersteller von Recyclinganlagen. In einem interessanten Fachvortrag und einer Werksführung erhielten alle Teilnehmer Einblicke in moderne Recyclingtechnologien. Am Abend standen Austausch und Vernetzung im Mittelpunkt – sowohl bei einem gemeinsamen Schülerabendessen im Restaurant Texmex, während die weiteren Gäste von Martha Rieß durch die Stadt Steyr geführt wurden und den Abend bei einem Abendessen im Restaurant La Galeria in Steyr ausklingen ließen.
Am Haupttag, dem 15. April, durften wir zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Bildung begrüßen, darunter Vertreter vieler Ausbildungsbetriebe sowie der Steyrer Vizebürgermeisterin Anna-Maria Demmelmayr, Gerlinde Danner-Pühringer von der OÖ Bildungsdirektion und Erika Lottmann, Vorsitzende der OÖ Kunststoffinnung.
Nach einer Schulführung durch Direktor Harald Ebenhofer, Direktor-Stellvertreter Wilhelm Steinkellner und Alexander Aberl eröffnete Direktor Ebenhofer das Symposium. Gerlinde Danner-Pühringer betonte die Bedeutung von ERASMUS+ für die berufliche Bildung. Die Direktoren Harald Ebenhofer, Manuel Caballero und Gerhard Zimmermann stellten ihre Schulen und die Besonderheiten der jeweiligen Berufsausbildung vor und betonten den Wert der Zusammenarbeit aller drei Schulen.
Es folgte die Präsentation des Erasmus-Projekts im November 2025 durch österreichische und spanische Lehrlinge, wobei Kunststoff-Recycling im Mittelpunkt stand. Bundesinnungsmeister Frank Böhler betonte in seiner Rede, dass eine moderne Fachkräfteausbildung im Kunststoffbereich vor allem auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung und neue Technologien ausgerichtet sein muss. Recycling, Automatisierung und innovative Materialien sollen stärker integriert werden. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, setzt die Branche auf Weiterbildung, internationale Fachkräfte und engen Austausch zwischen Bildung und Industrie.
Nach der Mittagspause gab Cristina Martín Doñate in einer Online-Präsentation Einblicke in die Forschungen an der Universität Jaén in den Bereichen Prozessoptimierung im Spritzguss und Entwicklung innovativer Strukturen unter Einsatz von 3D-Druck.
Ariadna Barea Cobo stellte das Kunststoffcluster Andalusiens und untermauerte die Bedeutung von Zusammenschlüssen zu Technologiezentren und Zusammenarbeit in der Fachkräfteausbildung.
Das in Steyr ansäßige Forschungsunternehmen Profactor beschäftigt sich mit Projekten zur industriellen Automatisierung sowie additiven Mikro- und Nanofertigung. Dr. Elena Guillén stellte u. a. die Herstellung realistischer Herzmuskelzellen, den 3D-Druck von künstlicher Haut zur Wundtherapie und personalisierten Implantate vor, die den Selbstheilungsprozess fördern sollen.
Zum Abschluss präsentierte DI Markus Kralicek die Herausforderungen beim Recycling des im Automobilbau am meisten verwendeten Kunststoff Polypropylen. Besonders problematisch ist Post-Consumer-Kunststoff wegen dem Gehalt an unterschiedichen Farben, Klebern, Gerüchen und Verunreinigungen, weshalb moderne Aufbereitungsverfahren nötig sind. Ziel ist es, künftig mindestens 15 % der im Fahrzeug verbauten Kunststoffe aus recycliertem Post-Consumer-Plastik herzustellen.
Neben den fachlichen Inhalten bot das Symposium zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch, unterstützt durch die kulinarische Begleitung von unserem Küchenchef André Ahrer.
Der Abschluss des Symposiums erfolgte in geselliger Runde im Schwechaterhof.
Unser Kunststoff-Symposium war mehr als fachlicher Austausch und Weiterbildung: Es brachte Menschen zusammen, ließ Ideen zu Projekten werden und vertiefte und schmiedete Freundschaften. Dank ERASMUS+ konnten wir so nicht nur Wissen teilen, sondern auch den europäischen Gedanken stärken.
