10 Wochen Lehrtätigkeit in Martos/Spanien mit Erasmus+

Erasmus plus – Lehrtätigkeit im Ausland (6.Sep. – 15.Nov.2025)

Zehnwöchiger Einsatz an der IES Fernado III in Martos (Spanien)

 

Im Rahmen von Erasmus+ verbrachte ich mein 10-wöchiges Lehrgangs-Sabbatical als österreichischer Berufsschullehrer (Berufsschule Steyr 1) an unserer spanischen Partnerschule, der IES Fernando III in Martos, Andalusien.

 

Von Anfang September bis Mitte November 2025 arbeitete ich intensiv mit den spanischen Kolleginnen und Kollegen in den Bereichen Kunststofftechnik, Metalltechnik und 3D-Design zusammen.

 

Gleich zu Beginn unterstützte ich das Lehrerteam beim Einrichten der Werkstätten, dem Ausrichten und Reparieren gebrauchter Maschinen, sowie der Inbetriebnahme eines neu eingetroffenen Extruders, den die Schule von einer Firma gebraucht gekaufte hatte.

 

Dabei zeigte sich deutlich, wie sehr spanische Lehrkräfte ihre Werkstätten eigenständig organisieren müssen – oft mit improvisierten Lösungen und großer Eigeninitiative, um so im Unterricht den Schülern das Bestmögliche anzubieten!

 

Ab der zweiten Woche unterrichtete ich in mehreren Klassen der „Formación“ (Berufsausbildung) im Theorie- und Praxisunterricht – natürlich auf Spanisch.

 

Die Themen reichten von Polymerisation und Kunststofferkennung über Extrusions- und Spritzgusstechnik bis hin zur Werkstoffprüfung. Besonders positiv erlebte ich die hohe Motivation vieler Schüler, sowie die enge, kollegiale Zusammenarbeit im spanischen Lehrer- und Führungsteam der Schule.

 

Ein Schwerpunkt des Aufenthalts war ein gemeinsames Nachhaltigkeitsprojekt: Schülerinnen und Schüler sammelten PET-Verschlusskappen, reinigten und mahlten diese, mischten sie mit Neumaterial und stellten daraus Regranulat sowie neue Produkte wie Becher oder Profile her. Zudem wurden die hergestellten Produkte auch in 3D eingescannt und dann auch mittels 3D – Druckverfahren produziert, um die Unterschiede der Produktionsverfahren sichtbar zu machen.

 

Den Höhepunkt fand dieses Projekt in meiner letzten Woche an der IES Fernando III, wo spanische und österreichische Lehrlinge gemeinsam für einige Tage daran arbeiteten: Meine Kollegin Beatrix van Duyvenbode war nämlich im Rahmen einer Erasmus-Gruppenmobilität mit sieben ausgesuchten Schülern und Schülerinnen der Berufsschule Steyr 1 für eine Woche nach Martos gekommen. (weiteres Erasmus+ Projekt).

 

Neben dem Unterricht bot der Aufenthalt wertvolle Einblicke in das spanische Bildungssystem, kulturelle Unterschiede im Schulalltag und neue technische Zugänge – etwa in 3D-Designprogrammen. Auch wurden Pläne für ein gemeinsames spanisch-bayrisch-österreichisches Kunststoff-Symposium gesponnen.

 

Mein Fazit: Die Zusammenarbeit war mehr als ausgezeichnet und ich fühlte mich von Beginn an von allen Personen der Schule sehr familiär aufgenommen. Wir konnten vieles voneinander lernen und viele Ideen für künftige Projekte entwickeln.

 

Und eines ist sicher: Ich komme bald wieder, weil mein Spanisch ist noch nicht ganz „perfecto“.

 

Hasta luego,

Alexander Aberl